Sehnsucht, Integration und Deadline

Künstlerin Martina Briesemeister-Schneider stellt im Diakonischen Werk in Biedenkopf aus

Ab sofort sind in der Außenstelle Biedenkopf des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf drei Gemälde der Künstlerin Martina Briesemeister-Schneider zu sehen. Die großformatigen, halbabstrakten Bilder tragen die Titel: Sehnsucht, Integration und Deadline. Sie setzen sich mit Ängsten, Hoffnungen und Wendepunkten im Leben auseinander. So ist zum Beispiel auf dem eher düsteren  Bild „Sehnsucht“ der Blick durch ein Schlüsselloch in eine verheißungsvolle Helligkeit zu sehen. Außerdem hat Briesemeister-Schneider auch die Themen Grenzen, Flucht und Integration künstlerisch umgesetzt. „Die Themen der Bilder passen nicht selten zu den Lebenssituationen unserer Klienten“, erläutert Helmut Kretz, Koordinator der Außenstellen Biedenkopf und Gladenbach.

Sie habe schon immer gerne gemalt, erzählt die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen, die mit ihrem Mann in Steffenberg lebt. „Ich möchte, dass die Leute sich an meinen Bildern freuen“, sagt Briesemeister-Schneider, die neben ihrer Tätigkeit als Verwaltungsangestellte in ihrer Freizeit leidenschaftlich gerne malt. Durch den Unterricht bei dem Wilnsdorfer Künstler Karl-Friedrich Wagener konnte sie mit verschiedenen Techniken und Materialien wie Öl und Kreide Erfahrungen sammeln. Am liebsten arbeite sie mit Leinwand und Acrylfarben, da diese einen Schaffensprozess ermöglichten, der bis zum Schluss veränderbar bleibe. Eines ihrer Lieblingsmotive ist die bildliche Gestaltung der biblischen Jahreslosung. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit gesellschaftlichen und psychologischen Themen. Inzwischen kann sie auf zahlreiche Ausstellungen zurückblicken. Ihr Mann sieht in der abstrakten und halbabstrakten Kunst seiner Frau eine Chance zur Kommunikation. „Die Fantasie des Betrachters ist gefragt“, so Henning Briesemeister.

Wer Interesse daran hat, sich die Gemälde anzuschauen, ist dazu herzlich eingeladen. Die Werke können jeweils mittwochs
von 15 – 17 Uhr und freitags von 10 – 12 Uhr im Diakonischen Werk in Biedenkopf, Mühlweg 23, angeschaut werden.

Miteinanderticket für Menschen mit geringem Einkommen

Diplom-Pädagogin Judith Traxel, Diplom-Sozialpädagogin Agnes Protz, Thomas Kern vom RMV, Ulrich Kling-Böhm, Hariet-Maria Gunesch vom RMV und der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow stellen das Modellprojekt „Miteinanderticket“ vor.

Neues Ticket sichert den Anschluss

Mit dem „Miteinanderticket“ haben der Rhein-Main-Verkehrsverbund, der Landkreis Marburg-Biedenkopf und das Diakonische Werk Marburg-Biedenkopf neue Formen der Mobilität für Menschen mit geringem Einkommen geschaffen. Das Miteinanderticket solidarisch kann wochenweise kostenlos ausgeliehen werden. Dagegen kann das Miteinanderticket individuell als Jahreskarte um bis zu 18 Prozent vergünstigt gekauft werden. Das Modellprojekt hat zunächst eine Laufzeit von einem Jahr und folgt  einem Vorschlag des Diakonischen Werks und der Liga der freien Wohlfahrtspflege. Alle Beteiligten freuen sich, eine gute Lösung gefunden zu haben und dass diese mit nur einem halben Jahr Vorlaufzeit umgesetzt werden konnte.

Das Miteinanderticket solidarisch kann in den Geschäftsstellen des Diakonischen Werks in Marburg, Biedenkopf, Gladenbach und Stadtallendorf kostenlos ausgeliehen werden. Voraussetzung ist der Nachweis über die finanzielle Bedürftigkeit. Wer einen Ladenausweis des Diakonischen Werks, eine Kundenkarte der Tafel oder einen Marburger Stadtpass besitzt, kann diese als Nachweis nutzen. Leistungsbescheide nach dem Sozialgesetzbuch werden ebenfalls anerkannt. Wer keins der genannten Dokumente vorlegen kann, hat die Möglichkeit anhand von Einkommensnachweisen eine Bedürftigkeitsprüfung durchführen zu lassen. Das ist bei den genannten Geschäftsstellen des Diakonischen Werks möglich und darüber hinaus bei den Sozialberatungsstellen von Caritas, BI – Der Treff in Biedenkopf, BSF Richtsberg in Marburg und LOK in Stadtallendorf und Biedenkopf.

Das solidarische Miteinanderticket gilt für den gesamten Landkreis und kann gegen einen Pfand von zehn Euro für eine Woche ausgeliehen werden. Bei Rückgabe des Tickets wird der Pfandbetrag wieder ausgezahlt. Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen, die einen kurzfristigen und zeitlich begrenzten Mobilitätsbedarf haben, etwa um jemandem im Krankenhaus zu besuchen oder an einer kulturellen Veranstaltung teilzuhaben. „Es soll für die Nutzer so einfach wie möglich sein“, sagte Ulrich Kling-Böhm, Diakoniepfarrer und geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf. Gerade in einer ländlichen Region wie Marburg-Biedenkopf müsse darauf geachtet werden, dass Menschen in Sachen Mobilität nicht den Anschluss verlören, ergänzte der erste Kreisbeigeordnete, Marian Zachow.

Das Miteinanderticket individuell ist als vergünstigtes Jahresticket konzipiert. Bis zu 18 Prozent können damit gegenüber dem regulären Preis gespart werden. Durch die Angabe eines Start- und Zielortes ergibt sich die Preisstufe des Tickets. Für das Miteinanderticket individuell gelten die gleichen Vorgaben zur Bedürftigkeitsprüfung wie für das solidarische Ticket. Erwerben können es darüber hinaus Mitarbeitende eines Trägers, der einem LIGA-Verband angeschlossen ist. (AWO, Caritas, Diakonie, DRK, Parität, Jüdische Gemeinde).

Für beide Angebote gilt die RMV-Mitnahmeregelung: Täglich ab 19 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen ganztags ein Erwachsener und beliebig viele Kinder unter 15 Jahren mitgenommen werden. „Mit beiden Formen des Miteinandertickets können, ausgenommen IC und ICE, alle öffentlichen Verkehrsmittel im ganzen Landkreis Marburg-Biedenkopf genutzt werden. Die regionalen Bahnen ebenso wie die Busverbindungen und das Rufbusangebot“, sagte RMV-Geschäftsführer Professor Knut Ringat. Gefördert wird das Projekt durch Mittel der Diakonie Hessen. Sowohl das Miteinanderticket solidarisch wie auch die Bestellformulare für das Miteinanderticket individuell sind in folgenden Geschäftsstellen des Diakonischen Werks erhältlich:

Marburg, Haspelstraße 5, Telefon: 0 64 21- 91 26 0
Biedenkopf, Mühlweg 23, Telefon: 0 64 61- 95 40 0
Gladenbach, Marktstraße 7, Telefon: 0 64 62 – 65 58
Stadtallendorf, Am Bahnhof 10, Telefon: 0 64 28 – 73 33

Therapiehund besucht Senioren

Wenn ihm sein rotes Halstuch angelegt wird, weiß er, dass es zur Arbeit geht: „Findus“ ist einer der Therapiehunde des Deutschen Roten Kreuzes, die Senioren und Kinder besuchen. Mit seinem Herrchen Matthias Debus war Findus nun in der Seniorenbegegnungsstätte in Biedenkopf. Dort zeigte der vierbeinige Hauptdarsteller, was er alles draufhat, um an seine Leckerli zu gelangen. Ob diese nun in einen Tischläufer eingerollt oder in einer Dose versteckt wurden – die Besucher der Begegnungsstätte wurden stets mit in die Aktionen eingebunden. Ganz automatisch entstand dadurch der Kontakt zwischen Mensch und Hund, aber auch die Kommunikation und Interaktion der Besucher miteinander.

Vor fünf Jahren hat der inzwischen neunjährige Findus gemeinsam mit seinem Herrchen seine Ausbildung zum Therapiehund absolviert. Als solcher darf er nicht schreckhaft sein und muss auch mal Krach und Enge ertragen können. Geplant sei das nicht gewesen, so Debus. Aber der kleine Mischlingshund zeigte offenbar gute Anlagen: „Obwohl er gerne rennt und tobt und eigentlich ein total ausgeflippter Hund ist“, so Debus.  

Vor gut einem Jahr hat das Diakonische Werk Marburg-Biedenkopf im Auftrag der Stadt Biedenkopf die inhaltliche Ausgestaltung der Seniorenbegegnungsstätte in der Bachgrundstraße 24 ½ übernommen. Unter dem Motto „Begegnung – Bewegung – Beratung“ sorgt Koordinatorin Regina Gerstenberg seither an drei Öffnungstagen pro Woche für ein buntes Programm. Spielen, basteln und singen gehören ebenso dazu wie der gemeinsame Kaffeeklatsch. Immer wieder werden auch Referenten und andere Akteure von außerhalb eingeladen, die das Programm mitgestalten – so wie Findus. Fachbereichsleiter Helmut Kretz ist es wichtig, dass die Besucher der Seniorenbegegnungsstätte auf diesem Weg etwas erleben können, was im ansonsten eingeschränkten Alltag einfach nicht mehr möglich ist. Um mit diesem Angebot vielen Menschen eine Teilhabe zu ermöglichen, hofft er, dass künftig auch Senioren in die Begegnungsstätte kommen, die bisher noch nicht dort waren.  

Aber auch, wer sich in der Programmgestaltung oder der ehrenamtlichen Mitarbeit einbringen möchte, ist herzlich eingeladen, mit dem Diakonischen Werk Kontakt aufzunehmen, Telefon 06461-95400. Gesucht werden derzeit ehrenamtliche Fahrer für den Aufbau eines Abhol- und Heimfahrdienstes, für Senioren die nicht mehr so mobil sind. Dieses Konzept bewährt sich in den Cafés des Diakonischen Werkes in Dautphetal und Angelburg schon seit mehreren Jahren. Neben einer Kostenerstattung ist auch die Unfallversicherung Bestandteil des freiwilligen Einsatzes. Zudem haben ehrenamtlich Mitarbeitende einen hauptamtlichen Ansprechpartner und können an Teamsitzungen teilnehmen. Und neben einer Bedankung durch das Diakonische Werk ist ihnen natürlich auch der Dank derer sicher, die sie durch ihr Ehrenamt unterstützen.

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CDU Kreistagsfraktion besucht Laden in Gladenbach

Was eigentlich bietet der „Laden“ in Gladenbach? Und warum ist es für alle Bürger ein Vorteil, eine solche Einrichtung zu haben? Neun Mitglieder der CDU Kreistagsfraktion Marburg-Biedenkopf, darunter der Fraktionsvorsitzende Werner Waßmuth, sein Stellvertreter Manfred Vollmer und die Fraktionsgeschäftsführerin Elisabeth Dörr, gingen diesen Fragen bei einem Besuch im Laden auf den Grund. Nahezu wöchentlich besuchten sie derzeit Einrichtungen, Betriebe, Schulen und auch soziale Projekte im Landkreis, um sich vor Ort über deren Angebote, aber auch über die damit verbundenen Probleme und Schwierigkeiten kundig zu machen, so die CDU Mitglieder.

 

Unterstützt von drei ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen stellten Fachbereichsleiter Helmut Kretz und Sozialarbeiterin Agnes Protz den Besuchern das Ladenkonzept vor und besichtigten gemeinsam die Räumlichkeiten. Werner Kattarius meinte: „Die Ware ist gut sortiert, man hat schnell den Überblick über die unterschiedlichen Angebote.“  Es entstehe nicht das Gefühl, dass es sich um gebrauchte Ware handelt.

Die Besucher zeigten sich beeindruckt von der freundlichen und einladenden Atmosphäre im Laden und der stolzen Zahl von derzeit 38 ehrenamtlich Mitarbeitenden. Der deutlich soziale Charakter des Ladens mit moderaten Preisen und einem Rabatt von 50 Prozent für Menschen mit schmalem Geldbeutel, sowie der Kaffee-Ecke als Begegnungsraum, wurde ebenso anerkennend registriert, wie der niedrigschwellige Zugang zu den Beratungsangeboten des Diakonischen Werkes. Ein Teilnehmer der Runde hatte bereits gute Erfahrung mit dem Reparaturtreff gemacht und zudem Ware gespendet. Sachspender wissen, dass sie mit ihrer gebrauchten Kleidung den Menschen helfen und die Umwelt schonen können.

Die gute Lage des Ladens mitten in der Stadt wurde ebenso positiv hervorgehoben wie die Aktionsständer, die mit Sonderpreisen zum Kauf animieren. Erstaunt waren die Besucher über die Integrationsarbeit des Ladens, der für eine behinderte Person zum „Sprungbrett“ zu einem Arbeitsplatz geworden ist und in einem anderen Fall einen Außenarbeitsplatz für eine Behindertenwerkstatt anbieten konnte.

In einer abschließenden Runde tauschten die CDU Fraktionsmitglieder ihre Eindrücke aus und entwickelten Ideen, um das Angebot noch bekannter  zu machen und es durch weitere Fördermöglichkeiten zu erhalten. Denn die Fördermittel von DRIN, einem Projekt der evangelischen Kirche und der Diakonie Hessen, laufen zum Jahresende 2018 aus.

 

 

Was geht mit wenig Geld - Neuauflage wird vorgestellt

„Was geht mit wenig Geld“ heißt die Broschüre des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf, die nun zum 3. Mal aktualisiert und neu aufgelegt werden konnte. „Die Broschüre ist der einzige Wegweiser, in dem ein Großteil aller Angebote für Menschen mit kleinem Einkommen in der Stadt Marburg und im Landkreis Marburg-Biedenkopf zusammengestellt sind“, so Ulrich Kling-Böhm, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf. Der Leser findet hier sowohl Beratungsangebote zu finanziellen Fragen, als auch konkrete Möglichkeiten für günstige Einkäufe oder kulturelle Teilhabe. Kling-Böhm begrüßt die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, der die Druckkosten für die 2.000 Exemplare übernommen hat. Dass die gedruckte Fassung auch in Zeiten von Internet und Smartphone ihre Berechtigung hat, darüber sind sich alle Beteiligten einig. Die vorherigen Auflagen der inzwischen 48 Seiten starken A 5 Broschüre waren jeweils schnell vergriffen.  

Joachim Hikade, stellvertretender Leiter des KreisJobCenters bezeichnete den Wegweiser als umfassend und übersichtlich. Er sagte: „Für Leute mit dauerhaft geringem Einkommen ist das eine gute Hilfe“. 1. Kreisbeigeordneter Marian Zachow sieht in der Broschüre ebenso einen Wegweiser und Türöffner für Betroffene und Berater, wie auch eine Vermesser der sozialen Landschaft im Landkreis. „Beim Durchblättern stellt man fest, wie weit das Feld der sozialen Angebote ist“, sagte Zachow. Auch beim „Schmökern“, also bei nicht gezielter Suche, lasse sich hier etwas finden.

Die Broschüre wurde inzwischen an verschiedene Kommunen, Einrichtungen und Institutionen verteilt. Geplant ist zudem sie an Kirchengemeinden, Schulen, Kindertagesstätten und Vereine weiterzugeben. Digital kann die Broschüre hier heruntergeladen werden.

Helmut Kretz, Judith Traxel und Ulrich Kling-Böhm vom Diakonischen Werk gemeinsam mit Marian Zachow, 1. Kreisbeigeordneter des Landkreises Marburg-Biedenkopf, und Joachim Hikade, stellvertretender Leiter vom KreisJobCenter

Dringende Bitte um Hilfe!

Verstanden werden und satt werden – dazu reicht es leider nicht mehr!

Weit über 400 geflüchtete Menschen sind 2017 bereits erstmals in die Beratungen des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf gekommen. Vorwiegend natürlich in die Flüchtlings- und Migrationsberatung, aber auch in die Sozialberatung, die Erziehungsberatung, die Schwangerenberatung und die Suchtberatung. Dazu kommen all diejenigen, die bereits seit 2016 oder gar früher unsere Beratungen in Anspruch nehmen. Viele haben erstaunlich schnell und gut Deutsch gelernt. Für den Alltag reicht es in der Regel. Aber um tiefer gehende Probleme äußern und bearbeiten zu können, braucht es immer noch Dolmetscher. Eine qualifizierte Dolmetscherstunde kostet in der Regel mindestens ca. 35,-- Euro, oft mehr. In der Regel gibt es niemanden, der die Kosten übernimmt. Also tun wir das aus Spendenmitteln. 2017 haben wir dafür bis jetzt 1.500,-- Euro erhalten, aber bis Ende Juli schon 2.100,-- Euro aufwenden müssen, trotz größter Sparsamkeit. Wir brauchen dringend etwa 100 Menschen, die uns jeweils eine Dolmetscherstunde zu 35,-- Euro spenden!

Ähnlich sieht es mit den Lebensmittelpaketen aus, die wir für Bedürftige, die durch alle Raster fallen und auch gerade „Tafelpause“ (ja, das gibt es!) haben, bereitstellen. Auch da benötigen wir dringend 100 Menschen, die uns Wochenendpakete für ca. 10,-- Euro spenden!

Bitte spenden Sie auf unser Konto: IBAN DE81 5206 0410 0002 8001 01, Kontoinhaber: Kirchenkreisamt Kirchhain – Marburg  Verwendungszweck:  Spende DWMB Dolmetscher oder Spende DWMB Lebensmittel. Wenn Sie beim Verwendungszweck auch ihre Straße, Hausnummer und Postleitzahl angeben (Beispiel: Spende DWMB Dolmetscher Haspelstr. 5 35037), senden wir Ihnen gern eine Spendenbestätigung zu!