Pfarrer Sven Kepper ist neuer Leiter des Diakonischen Werks

Nach der Einsegnung: Dr. Anna-Karena Müller, Pfarrerin der Elisabethkirche in Marburg, Sven Kepper, Diakoniepfarrer und Geschäftsführer des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf, Oberlandes- kirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß und Helmut Kretz, Fachbereichsleiter im Diakonischen Werk.

Seit Anfang des Jahres hat Sven Kepper als Diakoniepfarrer im Landkreis Marburg-Biedenkopf und Geschäftsführer des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf die Nachfolge von Ulrich Kling-Böhm angetreten. Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß führte Pfarrer Kepper im Rahmen eines Gottesdienstes in der Lutherischen Pfarrkirche St. Marien in Marburg in sein neues Amt ein. Als „Hausherr“ begrüßte Pfarrer Ulrich Biskamp die rund 250 Gäste und verwies auf einige Bereiche, in denen die Kirchengemeinde immer wieder besonders eng mit dem Diakonischen Werk zusammenarbeite. Auch die Oberlandeskirchenrätin erklärte, dass Diakonie und Kirche untrennbar verbunden seien: „Diakonie ist die Praxis, die Tat des Glaubens.“ Sie wünschte Kepper für sein Amt Kraft, Zuversicht und Fantasie, um die vor ihm liegenden Aufgaben gut zu bewältigen. Außerdem wünschte sie ihm das Vertrauen, dass Gott das seine dazu tut. Gemeinsam mit Dr. Anna-Karena Müller, Pfarrerin der Elisabethkirche, und Helmut Kretz, Fachbereichsleiter im Diakonischen Werk, segnete Brinkmann-Weiß den neuen Diakoniepfarrer ein.

Kepper, der in Wetter lebt und zuvor je eine halbe Stelle bei der Telefonseelsorge Marburg und als Gemeindepfarrer im Ebsdorfergrund hatte, freut sich auf die vor ihm liegenden Aufgaben. Besonders reizvoll findet der 54-jährige die vielfältigen Beratungs- und Hilfsangebote, die das Diakonische Werk an insgesamt acht Standorten im Landkreis Marburg-Biedenkopf für hilfesuchende Menschen bereithält. Einen großen Schatz sieht der verheiratete Vater von zwei Söhnen dabei vor allem in den Begabungen der Mitarbeitenden und deren Profession und hoher fachlicher Kompetenz in den einzelnen Bereichen. 114 hauptamtlich Beschäftigte und mehr als 200 ehrenamtlich Tätige setzten sich derzeit in gut funktionierenden Teams für das Diakonische Werk ein. Eine der großen Herausforderungen sei es, die Finanzierung dieser diakonischen Angebote auch künftig sicherzustellen. Hier seien neben der Kirche immer wieder auch die Verantwortlichen aus Politik und Gesellschaft gefragt.

In seiner Predigt fand Kepper mit Blick auf Ökologie und Ökonomie ausgesprochen aktuelle Bezüge zu einem Text aus Jeremia 14, Vers 1 bis 9. Der Bibeltext über eine große Dürre stellt die Frage nach der Schuld der Menschen und danach, wo Gott eigentlich mitten in diesem Elend ist. Kepper führte aus, dass es bei heutigen Umweltkatastrophen ebenfalls wichtig ist, den menschengemachten Teil daran zu erkennen, um Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Er kam zu dem Schluss, dass wir Gott überall begegnen können und sagte: „Im Vertrauen auf ihn können wir die richtigen Schritte tun.“ Gemeinsam mit Mitarbeitenden aus dem Diakonischen Werk hielt er zum Abschluss das Fürbittengebet. Nach dem Gottesdienst konnten die Gäste, darunter auch Vertreter aus der Politik, den Kirchengemeinden und der Diakonie Hessen, noch persönlich ihre Grußworte überbringen und in gemütlicher Runde bei einem kleinen Imbiss verweilen.

Besucher des Gottesdienstes
Pfarrer Sven Kepper wird von Pfarrerin Dr. Anna Karena Müller, Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß und Fachbereichsleiter Helmut Kretz eingesegnet.
Fürbittengebet mit Pfarrer Ulrich Biskamp, Fachbereichsleiter Dieter Schmitz, Pfarrer Sven Kepper, Julia Störmer und Alexander Becker, Mitarbeitende im Diakonischen Werk und Fachbereichsleiter Frank Harries.
 

Beratungsstelle des Diakonischen Werks in Biedenkopf zieht um!

Foto: Klaus Kordesch, Öffentlichkeitsbeauftragter des evangelischen Dekanats Biedenkopf-Gladenbach

Das Diakonische Werk wird im Februar innerhalb von Biedenkopf umziehen. Ab dem ersten März ist die evangelische Beratungsstelle mit im Haus der Kirche in der Schulstraße 25, wo auch die Diakoniestation angesiedelt ist. „An den Beratungsangeboten wird sich dadurch nichts ändern“, erklärt Helmut Kretz, Fachbereichsleiter im Diakonischen Werk Marburg-Biedenkopf. Aber für die kostenfreie Weitergabe von Haushaltswaren an finanziell bedürftige Menschen sei im künftigen Domizil leider kein Platz mehr. Gespendete Haushaltswaren werden daher schon zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr angenommen. Die Ausgabe der Sachhilfen bleibt dagegen noch bis zum 13. Februar geöffnet, jeweils mittwochs von 14 bis 15 Uhr.

In der letzten Februarwoche bleibt das Diakonische Werk dann geschlossen. Ab dem  ersten März stehen die Mitarbeitenden den rat- und hilfesuchenden Menschen dann in der Schulstraße 25 zur Verfügung.

Juko und Wohnungsnotfallhilfe bieten Workshop

 

Workshop FAIRmieten hilft jungen Menschen im SGB II-Bezug bei Fragen rund um das Mieten und Wohnen

Wie finde ich eine Wohnung? Was muss ich zu einer Wohnungsbesichtigung mitbringen? Was ist denn eine Hausordnung? Darf meine Vermieterin alles in einen Mietvertrag schreiben?

Der Workshop innerhalb der JUKO Berufsbildungsmaßnahme beginnt mit vielen Fragen seitens der Teilnehmer*innen. Und sie zeigen, dass es viel Verunsicherung in Sachen Wohnen gibt.

„Wir sind täglich mit Anfragen von jungen Menschen in prekären Wohn- und Lebenslagen konfrontiert, die häufig den Weg über die JUKO zu uns kommen“, berichtet Alexander Becker, Sozialarbeiter des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf. Die Einschätzung von JUKO und Diakonischem Werk deckt sich mit den kürzlich veröffentlichten Zahlen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe: „Wir stellen fest, dass die Anzahl der jungen Menschen in Wohnungsnot und in unsicheren sowie prekären Wohnverhältnissen gestiegen ist und die Wohnungsfrage regelmäßig Thema ist“, bestätigen Nora Friedrichs, pädagogische Fachkraft JUKO  Marburg e.V., Abteilung Jugendkompetenz-netzwerk, und Alexander Becker.

Das Thema hat eine hohe Dringlichkeit bei jungen Menschen auf dem Weg ins Erwachsenwerden. Aus Sicht von Maria Flohrschütz, Geschäftsführerin JUKO Marburg e.V. „brauchen junge Menschen Gelingensfaktoren für den Übergang in die Arbeitswelt und Möglichkeiten des selbständigen und selbstbestimmten Wohnens. Junge Menschen brauchen eine eigene Wohnung, es ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Eine Wohnung ermöglicht Privatheit, Schutz, Geborgenheit, dort entspannt man sich und dort hat man die Chance seine Stärken zu entwickeln oder Schwächen zu überwinden.  Die Wohnung ist nicht alles, aber ohne Wohnung ist alles nichts“ so Flohrschütz.

Eine eigene Wohnung zu finden und zu beziehen, ist Teil des Erwachsenwerdens und hierzu gehören kleine Unwägbarkeiten und Unsicherheiten. Dementsprechend groß ist das Interesse der Teilnehmer*innen an den Grundlagen des Mietrechts, an Tipps, wie eine Bewerbung auf eine Wohnung gut gelingt und, welche Möglichkeiten während des Bezugs von Arbeitslosengeld II bestehen.

„Den Workshop FAIRmieten bieten wir erstmals in Zusammenarbeit mit der Fachberatung Wohnen des Diakonischen Werkes Marburg-Biedenkopf im Rahmen der Berufsorientierungsmaßnahme BOJE an“, berichtet Nora Friedrichs. Die Maßnahme BOJE (Berufliche Orientierung – Jugendliche Entwicklung) fördert und unterstützt junge Erwachsene bei der Ausbildungs- und Arbeitssuche ebenso wie bei lebenspraktischen Themen der persönlichen Stabilisierung und Verselbstständigung.

Der BOJE -Kurs wird als Maßnahme durch das KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf gefördert und existiert schon seit 2007.

In zwei intensiven Schulungstagen bietet der Workshop FAIRmieten Tipps, Tricks und Basiswissen. Themen sind u.a. der Mietvertrag, öffentliche Fördermöglichkeiten, die Hausordnung sowie Hilfestellung zur Vermeidung von Mietschulden und Räumungsklagen. Die Teilnehmer*innen werden ebenso über ihre Rechte als auch über ihre Verpflichtungen als Mietpartei aufgeklärt, sodass die Basis für ein faires Mietverhältnis geschaffen wird. Die Referent*innen Nora Friedrichs und Alexander Becker ermutigen die jungen Menschen, sich auch mit schwierigen Situationen bei Wohnungssuche und -bezug auseinanderzusetzen und selbstbewusster aufzutreten. Das im Workshop vermittelte Wissen fördert die Existenzsicherung, eine Verbesserung der Chancengleichheit und die Stärkung sozialer Verantwortung. Der Workshop trägt zur Kompetenzvermittlung rund um das Thema Wohnen bei und sensibilisiert für die Rechte und Pflichten als Mieter*in.  

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Alexander Becker, Diakonisches Werk Marburg-Biedenkopf, Telefon 06421-948777 oder Nora Friedrichs, JUKO Marburg e.V., Telefon 06421-3078045.

Geschäftsführerwechsel im Diakonischen Werk

Der scheidende Diakoniepfarrer Ulrich Kling-Böhm erhält von Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß den Segen

Pfarrer Ulrich Kling-Böhm geht zum St.-Elisabeth-Verein


Zum Ende des Jahres 2019 wird Ulrich Kling-Böhm, Diakoniepfarrer und Geschäftsführer des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf, seinen Posten verlassen. Sein neues berufliches Wirkungsfeld findet er im Vorstand des St.-Elisabeth-Vereins. Ab Januar 2020 tritt Pfarrer Sven Kepper seine Nachfolge als Geschäftsführer des Diakonischen Werks an.

Kling-Böhm hinterlasse "ein gut bestelltes Haus", soweit das in diesen Zeiten im sozialen Bereich möglich sei, sagte Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß bei seiner Verabschiedung in der lutherischen Pfarrkirche St. Marien in Marburg, zu der viele Gäste erschienen waren. Sie dankte ihm für sein Engagement und für die Profilierung der Kreisdiakonie: "Diakonie sollte stets sichtbar und wahrnehmbar bleiben." Als Geschäftsführer des Diakonischen Werks habe Kling-Böhm sechs turbulente Jahre hinter sich gebracht, so die Oberlandeskirchenrätin. Neben den sich stets verändernden Nöten der Menschen und politischen Rahmenbedingungen, fiel in seine Amtszeit zudem die Fusion der beiden zuvor im Landkreis Marburg-Biedenkopf tätigen Diakonischen Werke. Dieser Prozess erforderte es nicht nur, innere Strukturen neu zu schaffen, sondern war auch insofern eine spannende Aufgabe, weil die beiden Diakonischen Werke unterschiedlichen Landeskirchen angehörten.

Dekan Burkhard zur Nieden führte als Moderater durch die Veranstaltung und streute dabei interessante Details über die Marburger Geschichte ein. Er sagte, es sei Kling-Böhm gelungen, Diakonie in ihrer Unterschiedlichkeit zu entfalten und gleichzeitig die Mitarbeitenden an den verschiedenen Standorten näher zusammen zu bringen. Wie wichtig eine wertschätzende Grundhaltung gegenüber allen Menschen für ein gutes gesellschaftliches Miteinander ist, führte Kling-Böhm in seiner Predigt aus. Mit Hilfe des Römerbriefs von Paulus und in Anlehnung an ein Lied des Duos Rosenstolz erklärte er: "Lass es Liebe sein! Oder vielleicht besser: Lass es zu Liebe werden. Liebe ist alles, was wir haben!" Er unterstrich, dass Liebe wehrhaft, stark und kräftig sein müsse, um gegen Ausgrenzung, Hass und Lüge ein Gesicht zu zeigen. "Und ich bin dankbar, dass ich das erleben durfte", so der scheidende Diakoniepfarrer. Nicht nur in kirchlichen Zusammenhängen, sondern auch auf politischer Ebene, in Ämtern und bei Mandatsträgern, seien ihm immer wieder Menschen begegnet, die bereit waren Verantwortung anzunehmen. "Ich wünsche uns, dass wir da miteinander auf einem guten Weg bleiben und manche Wege noch besser werden", sagte Kling-Böhm. 

Marian Zachow (CDU), erster Beigeordneter des Landkreises Marburg-Biedenkopf und Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) lobten die konstruktive und produktive Zusammenarbeit mit Kling-Böhm, aus der verlässliche Vereinbarungen hervorgegangen seien. Sie hoben vor allem dessen Haltung gegenüber den Menschen hervor, mit der er gezeigt habe, wie sehr er Diakonie lebe. Die beiden Vorstandsmitglieder des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf würdigten Kling-Böhms Einsatz während der vergangenen sechs Jahre ebenfalls. Pfarrer Axel Henß bezeichnete die Aufgaben, denen sich Kling-Böhm stellen musste als herausfordernd, belastend uns Sinn stiftend zugleich. Helmut Giebeler erklärte, Kling-Böhms Wechsel sei gut für den St.-Elisabeth-Verein, aber ein Verlust für das Diakonische Werk. Zum Abschluss überbrachten die drei Fachbereichsleiter, Frank Harries, Helmut Kretz und Dieter Schmitz, die Grüße der Mitarbeitenden und überreichten einen Präsentkorb. Dann zeigten sie einen kurzen Filmbeitrag, in dem sich die Mitarbeitenden aller Abteilungen auf äußerst humorvolle Weise von ihrem Chef verabschiedeten und hatten damit bei allem Abschiedsschmerz die Lacher auf ihrer Seite.  

Fotos: Karl-Günter Balzer

Viele Gottesdienstbesucher sind zur Verabschiedung gekommen
Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies lobt die gute Zusammenarbeit mit Ulrich Kling-Böhm
Marian Zachow, 1. Kreisbeigeordneter des Landkreises Marburg-Biedenkopf hebt die diakonische Haltung von Kling-Böhm hervor.
 

Motorradclubs spenden für wohnungslose Menschen

Kenneth Verhaal vom Diakonischen Werk (vorne links) nimmt die Spende der Motorradclubs entgegen.

Menschen unterstützen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen – das haben die beiden Motorradclubs „Iron Order Germany Charter Ghost Crew“ und „Iron Rockets Germany Charter Thunder Crew“ tatkräftig umgesetzt. Sie entschieden sich, für die Wohnungsnotfallhilfe des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf zu sammeln. Gemeinsam mit ihren Frauen überreichten sie in der Tagesaufenthaltsstätte (TAS) für wohnungslose Menschen in Marburg 400 Euro und mehrere Kartons mit Kleidung.

Helmut Kretz, Fachbereichsleiter im Diakonischen Werk Marburg-Biedenkopf, freut sich über die zusätzlichen finanziellen Mittel, die gezielt als Einzelfallbeihilfe in Notfällen eingesetzt werden sollen. Auch gut erhaltene Sachspenden werden in der TAS gerne entgegengenommen. Gerade in der kalten Jahreszeit sind Winterkleidung, warme Schlafsäcke und gefütterte Schuhe sehr gefragt.

Oft steht die Wohnungslosigkeit am Ende eines Leideswegs aus Krankheit und Schicksalsschlägen. Kretz ist dankbar, wenn Menschen sich mit Spenden vorbehaltlos für ihre wohnungslosen Mitmenschen einsetzen. Er erklärt: „Den Menschen, die wohnungslos sind, fehlt über die Sozialverbände hinausgehend die Lobby. Ihnen wird insgeheim oft eine Selbstverschuldung ihrer Lage beigemessen, bestenfalls gelten sie als ‚Verlierer‘ unseres Gesellschaftssystems.“

Die TAS bietet wohnungslosen Menschen einen geschützten Raum und schafft einen niedrigschwelligen Zugang zum Hilfesystem. Die Besucher der TAS können dort Sachhilfen erhalten und auch duschen und ihre Wäsche waschen. Zudem gibt es täglich eine günstige warme Mahlzeit. Mit dem Projekt „Krank auf der Straße“ konnte die Wohnungsnotfallhilfe ihr Angebot mit einer Fachpflegekraft ergänzen und so Zugang zu medizinischen Angeboten schaffen. Im Vorjahr nutzten im Schnitt 50 Besucher je Öffnungstag dieses Angebot.

10 Jahre HaLT (Hart am Limit)

Junge Menschen über Gefahren von Alkohol aufklären


Kinder und Jugendliche für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu sensibilisieren – das ist seit 10 Jahren das Ziel des Projekts „HaLT“ (Hart am Limit). Bewährt haben sich zwei Bausteine: Die Vorsorge, mit einer breit aufgestellten Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung und nachsorgend Gespräche mit den jungen Menschen während des Klinikaufenthalts nach einer Alkoholvergiftung  und mit deren  erwachsenen Bezugspersonen.  Seit 2009 ist das bundesweit erprobte Programm im Landkreis Marburg-Biedenkopf fester Bestandteil. Durchgeführt wird es von der Sucht- und Drogenberatung des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf in enger Abstimmung mit der Kinderklinik des Universitätsklinikums Gießen-Marburg und mit finanzieller Unterstützung der Stadt Marburg und des Landkreises.

Zum 10jährigen Bestehen des Projekts zeigte sich Landrätin Kirsten Fründt dankbar, dass die Idee im Landkreis mit Leben gefüllt wird. Vor allem die gute Netzwerkarbeit mache HaLT so erfolgreich. Die Landrätin erklärte: „Es ist wichtig und richtig, dass wir das Projekt immer noch haben“.  Auch die Marburger Stadträtin Kirsten Dinnebier  machte deutlich: „Exzessiver Alkoholkonsum kann zu einer schwerwiegenden Sucht führen, die sowohl den Körper, als auch den Geist in hohem Maße schädigt. Es ist wichtig, dass wir uns als Gesellschaft weiter für Aufklärung und hochwertige Hilfeangebote stark machen und diese anbieten. Dafür verdienen das Diakonische Werk Marburg-Biedenkopf und das Universitätsklinikum Gießen-Marburg unseren Dank.“

Ulrich Kling-Böhm, Geschäftsführer des Diakonischen Werks, freute sich, dass dank der Finanzierung eine praxis- und bedarfsorientierte Arbeit möglich ist. Denn der an 365 Tagen aufrecht erhaltene Bereitschaftsdienst stellt die Beratung  auch an den  Wochenenden und Feiertagen sicher. Das bestätigte auch Professor Dr. med. Rolf Maier, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin im Universitätsklinikum Marburg. „Wir nutzen jetzt die Phase der Betroffenheit. Die Beteiligten sind dann noch empfänglicher für Beratungsangebote“, sagte er und verwies auf die Zeit vor HaLT, in der die Beratung bei weitem nicht so oft genutzt wurde. Meyer verdeutlichte wie gefährlich der Konsum bei Kindern und Jugendlichen ist, deren Körper den Alkohol noch nicht gut abbauen kann und deren Gehirn noch in der Entwicklung ist.

Jana Becker, Sozialarbeiterin vom Diakonischen Werk, lobte die gute Zusammenarbeit mit der Klinik. Sie stellte die beiden Bausteine von HaLT vor. Bei dem proaktiven Teil heißt es: „Vorher schon zu schauen, was man tun kann, damit die Kinder und Jugendlichen erst gar nicht im Krankenbett landen.“ Dafür würde an den Schulen ein Grundwissen über die Gefahren von Alkohol bereitgestellt und Multiplikatoren für die Präventionsarbeit ausgebildet. Bei der sensiblen Arbeit im reaktiven Baustein wird mit den jungen Menschen in der schambesetzten Situation im Krankenhaus erörtert, wie es zu dem Alkoholexzess kommen konnte und wie sich eine Wiederholung vermeiden lässt.

Rund 39 Kinder und Jugendliche wurden in den beiden vergangenen Jahren pro Jahr in der Kinderklinik am Standort Marburg mit einer Alkoholvergiftung behandelt. In den Jahren von 2012 bis 2016 waren es jährlich rund 60. Die Akteure sind davon überzeugt, dass das Projekt mit zu den sinkenden Zahlen beigetragen hat. Die größte Altersgruppe stellen die 15 – 17jährigen, die 11 – 14jährigen sind deutlich seltener vertreten. Keine Unterschiede gibt es bei Schulformen und Bildungsschicht und in der Geschlechterverteilung haben die Mädchen inzwischen fast Gleichstand erreicht, während früher deutlich mehr Jungen betroffen waren.

Alle Mitwirkenden sind dankbar, dass die Finanzierung für HaLT inzwischen gesichert ist, da die Gespräche seit Juli 2019 im Auftrag des gesetzlichen Krankenversicherungs-Bündnisses über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung abgerechnet werden können. Geplant ist, das Projekt künftig über den Alkoholkonsum hinaus auf andere Drogen und Mischkonsum auszuweiten. „Die Ausweitung des Projekts ist absolut zeitgemäß“, erklärt Dieter Schmitz, Fachbereichsleiter der Sucht- und Drogenberatung des Diakonischen Werks, mit Blick auf die aktuelle Entwicklung.

Freuen sich gemeinsam über das erfolgreiche, zehnjährige Wirken von „HaLT“ (von links): Stefanie Grebe vom Gesundheitsamt Marburg (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Landrätin Kirsten Fründt, Werner Meyer vom Fachdienst Kinder, Jugend und Familie (Stadt Marburg), Fachbereichsleiter Uwe Pöppler des Fachbereiches Familie, Jugend und Soziales (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Diakoniepfarrer und Vorsitzender Ulrich Kling-Böhm (Diakonisches Werk Marburg-Biedenkopf), Jana Becker von der Suchtberatung (Diakonisches Werk Marburg-Biedenkopf), Fachbereichsleiter der Suchtberatung Dieter Schmitz (Diakonisches Werk Marburg-Biedenkopf), der Leiter der Kinderklinik Prof. Dr. Rolf Maier (Universitätsklinikum Gießen-Marburg) und Stadträtin Kirsten Dinnebier. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Minister Thomas Schäfer besucht Café Hand in Hand in Gönnern

Thomas Schäfer und sein ehemaliger Arbeitskollege Hans Fischer

Ein Sommerinterview mit dem hessischen Finanzminister Doktor Thomas Schäfer (CDU) konnten die Besucher des Café „Hand in Hand“ in Gönnern erleben. Anlässlich des fünften Geburtstages vom Café besuchte der Politiker die Einrichtung des Diakonischen Werks im Altenpflegeheim „Assmanns Mühle“ und ließ sich gerne auf die spontane Fragerunde ein. Diplom-Sozialarbeiterin Diana Gillmann-Kamm erklärte, dass Café sei eben immer wieder für Überraschungen gut, auch für überraschende Begegnungen. So war Hans Fischer unter den Gästen, ein ehemaliger Arbeitskollege von Thomas Schäfer, aus der Zeit als dieser noch Lehrling bei der Sparkasse gewesen ist. Fischer hatte eigens für diesen Anlass Lieder auf seiner Harmonika eingeübt und sorgte damit für die musikalische Untermalung des Nachmittags. „Wer zuhause bleibt, kann diese wunderbaren Begegnungen im Café nicht erleben“, so Gillmann-Kamm. Sie wünschte sich, dass noch mehr Menschen den Mut finden ins Café zu kommen und dafür gegebenenfalls im Diakonischen Werk nach einem Fahrdienst anfragen.

Fachbereichsleiter Helmut Kretz fungierte beim „Sommerinterview“ als Moderator. Er fragte den Finanzminister unter anderem, wieviel Geld dieser schon mal auf einem Haufen gesehen habe; ob sein Nachname auf tatsächliche Schäfer unter seinen Vorfahren hindeute und wie viele Kilometer er beim Biedenkopfer Grenzgang mitlaufen wolle. So erfuhren die Gäste witzige Anekdoten und hörten zum Teil recht Persönliches von dem Minister, beispielsweise worüber er sich am meisten freut, wenn er ins Hinterland kommt. Aber auch Fragen nach der Rentenanpassung, klimafreundlichem Reisen für Politiker und der Umgehungsstraße in Breidenbach beantwortete Schäfer souverän.

Wie es sich für einen Finanzminister gehört, brachte er zudem eine Spende für das Café mit. Er überreichte Gillmann-Kamm 500 Euro aus Lottomitteln. Diese hat bereits Ideen für die Verwendung der Mittel. Sie möchte für das Café eine sogenannte „Veeh Harfen“ anschaffen, leicht zu bedienende Instrumente, welche von jedermann gespielt werden können. 

Näher Informationen zum Café und seinem wöchentlichen Programm finden Sie hier.