Wohnungslosen Menschen und Gastronomen helfen

Marburger Liebe und Marburger Stadtgeld für wohnungslose Menschen

Mit einer Gutschein-Aktion können die Bürger im Landkreis Marburg-Biedenkopf sowohl wohnungslose Menschen als auch heimische Gastronomen unterstützen, die durch die Corona Pandemie in Not geraten sind. Die Idee dazu hatte die in Biedenkopf lebende Ärztin Annette Peter.
Auf der Plattform „Marburg-Liebe.de“ können Gutscheine für ein Restaurant oder eine Bäckerei der eigenen Wahl erworben und diese per Mail (
DWMBMarburgTas@ekkw.de) an das Diakonische Werk versendet werden. Alternativ erwirbt das Diakonische Werk von diesbezüglichen Spenden selbst Gutscheine. Diese werden vom Fachpersonal der Tagesaufenthaltsstätte (TAS) des Diakonischen Werks an wohnungs- und obdachlose Menschen bedarfsgerecht weitergegeben.
Jens Schneider, Sozialarbeiter in der TAS, freut sich stets über gute Ideen aus der Bevölkerung, die der Wohnungsnotfallhilfe zugutekommen. Dankbar hatte er den Vorschlag von Annette Peter aufgegriffen und diesen mithilfe des Stadtmarketing Marburg e. V. umgesetzt. „Da das Angebot des Tagesaufenthaltes der Wohnungsnotfallhilfe aufgrund der Coronakrise massiv zurückgefahren werden musste, ergänzt diese Idee unser Angebot konkret“, so Schneider. 
Nach acht Wochen Laufzeit sind bereits Geld- und Gutscheinspenden im Wert von 2.500 Euro ?eingegangen. Gut 85 wohnungs- oder obdachlose Menschen konnten damit versorgt werden. Ferner profitieren bisher zehn Gastrobetriebe durch den Erwerb von Gutscheinen.

Das Marburger Stadtgeld kann in Form von Gutscheinen gespendet werden

„Für Marburgerinnen und Marburger Bürger, die die Spendenaktion unterstützen wollen, besteht die Möglichkeit mit dem Marburger Stadtgeld Gutscheine in gastronomischen Betrieben Marburgs zu erwerben und diese an uns weiterzugeben. Wir verteilen die Gutscheine an unsere Klienten,“ erklärt Schneider. Die Gutscheine können in der Gisselberger Straße 35 abgegeben oder per Post dorthin geschickt werden.

Die Spendenaktion läuft weiter!

Spendenkonto: IBAN DE81 5206 0410 0002 8001 01
Stichwort: „DWMB Marburger Liebe“
Kontoinhaber: Kirchenkreisamt Kirchhain-Marburg

Defibrillator in der Tagesaufenthaltsstätte

Mobiles Gerät kann Leben retten


Das Diakonische Werk Marburg-Biedenkopf hat einen Defibrillator für seine Tagesaufenthaltsstätte (TAS) für wohnungslose Menschen bekommen. Möglich gemacht haben das ein Marburger Sponsor und die Björn-Steiger-Stiftung, deren Ziel es ist, die Notfallhilfe und das Rettungswesen in Deutschland zu verbessern.

"Wir freuen uns und sind dankbar, dass das Gerät da ist", sagte Sven Kepper, Geschäftsführer des Diakonischen Werks. Aufgrund der Vorerkrankungen ihrer Besucher hatten die Mitarbeitenden in der TAS schon länger überlegt: "Gehört in unsere Einrichtung nicht auch ein Defibrillator?" Passend zu der Aktion "Herzsicherer Landkreis" konnte nun ein solches Gerät installiert werden. Damit ist ein langgehegter Wunsch der Mitarbeitenden in Erfüllung gegangen.

Harry Leipold von der Björn-Steiger-Stiftung wies die Mitarbeitenden der TAS in die Handhabung des kleinen und mobilen Lebensretters ein. Er machte deutlich, dass ein Defibrillator lediglich eine Ergänzung zu einer grundsoliden Erste Hilfe sein kann. Zunächst gelte es, mit Hilfe von "hören und sehen" die Atmung zu überprüfen und einen Notruf auszulösen. Sollte der Einsatz des Defibrillators erforderlich sein, führt dieser selbst den Ersthelfer mit gesprochenen Anweisungen durch die einzelnen Schritte. Dabei sei das Gerät immer zum Patienten zu bringen und nicht umgekehrt.

"Es ist sinnvoll, dass so viele Leute wie möglich an den Defibrillator kommen", erläutert Fachbereichsleiter Helmut Kretz die Wahl des Standorts für das Gerät. So ist gewährleistet, dass auch der Hausmeister, der im gleichen Gebäude befindlichen städtischen Notunterkunft, Zugang hat. Somit können deren Besucher während seiner Anwesenheitszeiten mitversorgt werden. Auch die benachbarte Praxis-GmbH ist darüber informiert, dass der kleine mobile Lebensretter für den Notfall zur Verfügung steht.

Sozialarbeiter Jens Schneider und Geschäftsführer Sven Kepper mit dem Defibrillator in der TAS

Spenden statt Geschenke

Unterstützung für das Projekt "Krank auf der Straße"

Zum eigenen Geburtstag andere Menschen beschenken: Sandra Schulte nutzte ihren runden Geburtstag um das Projekt "Krank auf der Straße" (KadS) des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf zu unterstützen. "Wenn man selbst im Leben Glück gehabt hat, kann man auch gerne teilen", ist ihr Leitmotiv. Daher bat sie ihre Geburtstagsgäste um Spenden für ein soziales Projekt anstelle von Geschenken. Stolze 1.500 € kamen auf dem Weg zusammen. Diese überreichte sie in Marburg, in der Tagesaufenthaltsstätte für wohnungsloste Menschen.

Helmut Kretz, Fachbereichsleiter und zuständig für die Wohnungsnotfallhilfe im Diakonischen Werk, ist dankbar für die finanzielle Zuwendung. "Das Projekt 'Krank auf der Straße' ist ausschließlich spendenfinanziert", erläutert Kretz. Um wohnungslosen Menschen einen besseren Zugang zur medizinischen Versorgung zu ermöglichen wurde "KadS" initiiert. Denn statistisch sterben wohnungslose Männer durchschnittlich elf und Frauen acht Jahre früher.

Sandra Schulte hatte sich vor Ort eingehend erkundigt, wie das Geld verwandt wird. Im Rahmen der vorhandenen Mittel, mit ehrenamtlichem Einsatz und natürlich mit Blick auf die Bedürfnisse der Klienten konnte "KadS" aufgebaut und erweitert werden: Zweimal monatlich wird eine ärztliche Sprechstunde und je einmal pro Monat eine zahnärztliche Sprechstunde, sowie eine medizinische Fußpflege angeboten. Ein bis zweimal wöchentlich ist eine Krankenschwester in der Tagesaufenthaltsstätte. Neu ist zudem eine psychiatrische Sprechstunde und für Muskelaufbau und Mobilisation ist darüber hinaus ein Sportangebot in einer Turnhalle geplant, welches ein pensionierter Lehrer durchführen möchte. Sandra Schulte freut sich, dass sie mit ihrer Spende zum Erhalt dieses wichtigen Angebots beitragen kann. Sie spendet seit vielen Jahren sowohl in arme Regionen, wie auch an Einrichtungen, die Hilfe vor Ort praktizieren.

Für die Zukunft spielt sie mit dem Gedanken, vielleicht nochmal auf ganz andere Art etwas Gutes zu tun, beispielsweise mit einem Osterfrühstück, oder damit, ein Kulturangebot zu ermöglichen. Kretz freut sich, dass es Menschen wie Schulte gelingt, Anlässe wie diesen runden Geburtstag auch für andere Menschen sinnerfüllt zu gestalten. "Für Nachahmer sind wir jederzeit dankbar - auch für eines der zahlreichen anderen Projekte im Diakonischen Werk."

Diakonisches Werk zieht innerhalb von Biedenkopf um

Das Team in Biedenkopf zieht in die Schulstraße: Daniel Simmer, Cornelia Belz, Christina Becker, Regina Gerstenberg, Helmut Kretz, Diana Gillmann-Kamm.

Standort Biedenkopf bleibt in der letzten Februarwoche geschlossen

Das Diakonische Werk zieht innerhalb von Biedenkopf um und bleibt deshalb in der Zeit vom 24. bis 28. Februar geschlossen. Ab Montag, dem 2. März, sind die Mitarbeitenden im „Haus der Kirche“ in der Schulstraße 25 für die rat- und hilfesuchenden Menschen da.

Damit werden künftig die Diakoniestation mit der häuslichen Krankenpflege und das Diakonische Werk mit seinen Beratungsangeboten unter einem Dach zu finden sein. Mit dem Ziel, die Wege für die hilfesuchenden Menschen so kurz wie möglich zu halten, stehen für die jeweiligen Arbeitsgebiete fachlich qualifizierte Sozialarbeiter und Sozialpädagogen zur Verfügung. Als erste Anlaufstelle zur Klärung der oftmals komplexen Problemlagen dient die Kirchliche Allgemeine Sozial- und Lebensberatung (KASL). Hier werden neben Terminvereinbarungen auch offene Sprechstunden angeboten und zwar jeweils mittwochs von 15 - 17 Uhr und freitags von 10 - 12 Uhr.

Für folgende Fachgebiete werden ausschließlich Termine vergeben: Die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung, die Senioren- und Angehörigenberatung, die Suchtberatung und die Mutter-Kind-Kurberatung. Termine können unter 06461-95400 vereinbart werden. Durch den einige Jahre zurückliegenden Zusammenschluss mit dem Diakonischen Werk in Marburg konnten die Angebote in Biedenkopf zudem noch um eine Sprechstunde in der „Fachberatung Wohnen“ erweitert werden. Auch das Fahrradprojekt mit der Reparatur und Weitergabe gespendeter Fahrräder wird mit in die Schulstraße umziehen.

Fachbereichsleiter Helmut Kretz findet es grundsätzlich gut, dass evangelische Kirche und Diakonie dadurch auch in der Außenwirkung deutlicher zusammengehören: "Unsere Beauftragung ist ganz klar christlich motiviert. Gerade deshalb steht unsere Tür weiterhin allen Menschen offen, unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Religion."

Weitere Informationen über die Angebote des Diakonischen Werks sind auch auf der Homepage zu finden, unter www.dw-marburg-biedenkopf.de.

Pfarrer Sven Kepper ist neuer Leiter des Diakonischen Werks

Nach der Einsegnung: Dr. Anna-Karena Müller, Pfarrerin der Elisabethkirche in Marburg, Sven Kepper, Diakoniepfarrer und Geschäftsführer des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf, Oberlandes- kirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß und Helmut Kretz, Fachbereichsleiter im Diakonischen Werk.

Seit Anfang des Jahres hat Sven Kepper als Diakoniepfarrer im Landkreis Marburg-Biedenkopf und Geschäftsführer des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf die Nachfolge von Ulrich Kling-Böhm angetreten. Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß führte Pfarrer Kepper im Rahmen eines Gottesdienstes in der Lutherischen Pfarrkirche St. Marien in Marburg in sein neues Amt ein. Als „Hausherr“ begrüßte Pfarrer Ulrich Biskamp die rund 250 Gäste und verwies auf einige Bereiche, in denen die Kirchengemeinde immer wieder besonders eng mit dem Diakonischen Werk zusammenarbeite. Auch die Oberlandeskirchenrätin erklärte, dass Diakonie und Kirche untrennbar verbunden seien: „Diakonie ist die Praxis, die Tat des Glaubens.“ Sie wünschte Kepper für sein Amt Kraft, Zuversicht und Fantasie, um die vor ihm liegenden Aufgaben gut zu bewältigen. Außerdem wünschte sie ihm das Vertrauen, dass Gott das seine dazu tut. Gemeinsam mit Dr. Anna-Karena Müller, Pfarrerin der Elisabethkirche, und Helmut Kretz, Fachbereichsleiter im Diakonischen Werk, segnete Brinkmann-Weiß den neuen Diakoniepfarrer ein.

Kepper, der in Wetter lebt und zuvor je eine halbe Stelle bei der Telefonseelsorge Marburg und als Gemeindepfarrer im Ebsdorfergrund hatte, freut sich auf die vor ihm liegenden Aufgaben. Besonders reizvoll findet der 54-jährige die vielfältigen Beratungs- und Hilfsangebote, die das Diakonische Werk an insgesamt acht Standorten im Landkreis Marburg-Biedenkopf für hilfesuchende Menschen bereithält. Einen großen Schatz sieht der verheiratete Vater von zwei Söhnen dabei vor allem in den Begabungen der Mitarbeitenden und deren Profession und hoher fachlicher Kompetenz in den einzelnen Bereichen. 114 hauptamtlich Beschäftigte und mehr als 200 ehrenamtlich Tätige setzten sich derzeit in gut funktionierenden Teams für das Diakonische Werk ein. Eine der großen Herausforderungen sei es, die Finanzierung dieser diakonischen Angebote auch künftig sicherzustellen. Hier seien neben der Kirche immer wieder auch die Verantwortlichen aus Politik und Gesellschaft gefragt.

In seiner Predigt fand Kepper mit Blick auf Ökologie und Ökonomie ausgesprochen aktuelle Bezüge zu einem Text aus Jeremia 14, Vers 1 bis 9. Der Bibeltext über eine große Dürre stellt die Frage nach der Schuld der Menschen und danach, wo Gott eigentlich mitten in diesem Elend ist. Kepper führte aus, dass es bei heutigen Umweltkatastrophen ebenfalls wichtig ist, den menschengemachten Teil daran zu erkennen, um Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Er kam zu dem Schluss, dass wir Gott überall begegnen können und sagte: „Im Vertrauen auf ihn können wir die richtigen Schritte tun.“ Gemeinsam mit Mitarbeitenden aus dem Diakonischen Werk hielt er zum Abschluss das Fürbittengebet. Nach dem Gottesdienst konnten die Gäste, darunter auch Vertreter aus der Politik, den Kirchengemeinden und der Diakonie Hessen, noch persönlich ihre Grußworte überbringen und in gemütlicher Runde bei einem kleinen Imbiss verweilen.

Besucher des Gottesdienstes
Pfarrer Sven Kepper wird von Pfarrerin Dr. Anna Karena Müller, Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß und Fachbereichsleiter Helmut Kretz eingesegnet.
Fürbittengebet mit Pfarrer Ulrich Biskamp, Fachbereichsleiter Dieter Schmitz, Pfarrer Sven Kepper, Julia Störmer und Alexander Becker, Mitarbeitende im Diakonischen Werk und Fachbereichsleiter Frank Harries.
 

Geschäftsführerwechsel im Diakonischen Werk

Der scheidende Diakoniepfarrer Ulrich Kling-Böhm erhält von Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß den Segen