Diakonisches Werk zieht innerhalb von Biedenkopf um

Das Team in Biedenkopf zieht in die Schulstraße: Daniel Simmer, Cornelia Belz, Christina Becker, Regina Gerstenberg, Helmut Kretz, Diana Gillmann-Kamm.

Standort Biedenkopf bleibt in der letzten Februarwoche geschlossen

Das Diakonische Werk zieht innerhalb von Biedenkopf um und bleibt deshalb in der Zeit vom 24. bis 28. Februar geschlossen. Ab Montag, dem 2. März, sind die Mitarbeitenden im „Haus der Kirche“ in der Schulstraße 25 für die rat- und hilfesuchenden Menschen da.

Damit werden künftig die Diakoniestation mit der häuslichen Krankenpflege und das Diakonische Werk mit seinen Beratungsangeboten unter einem Dach zu finden sein. Mit dem Ziel, die Wege für die hilfesuchenden Menschen so kurz wie möglich zu halten, stehen für die jeweiligen Arbeitsgebiete fachlich qualifizierte Sozialarbeiter und Sozialpädagogen zur Verfügung. Als erste Anlaufstelle zur Klärung der oftmals komplexen Problemlagen dient die Kirchliche Allgemeine Sozial- und Lebensberatung (KASL). Hier werden neben Terminvereinbarungen auch offene Sprechstunden angeboten und zwar jeweils mittwochs von 15 - 17 Uhr und freitags von 10 - 12 Uhr.

Für folgende Fachgebiete werden ausschließlich Termine vergeben: Die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung, die Senioren- und Angehörigenberatung, die Suchtberatung und die Mutter-Kind-Kurberatung. Termine können unter 06461-95400 vereinbart werden. Durch den einige Jahre zurückliegenden Zusammenschluss mit dem Diakonischen Werk in Marburg konnten die Angebote in Biedenkopf zudem noch um eine Sprechstunde in der „Fachberatung Wohnen“ erweitert werden. Auch das Fahrradprojekt mit der Reparatur und Weitergabe gespendeter Fahrräder wird mit in die Schulstraße umziehen.

Fachbereichsleiter Helmut Kretz findet es grundsätzlich gut, dass evangelische Kirche und Diakonie dadurch auch in der Außenwirkung deutlicher zusammengehören: "Unsere Beauftragung ist ganz klar christlich motiviert. Gerade deshalb steht unsere Tür weiterhin allen Menschen offen, unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Religion."

Weitere Informationen über die Angebote des Diakonischen Werks sind auch auf der Homepage zu finden, unter www.dw-marburg-biedenkopf.de.

Pfarrer Sven Kepper ist neuer Leiter des Diakonischen Werks

Nach der Einsegnung: Dr. Anna-Karena Müller, Pfarrerin der Elisabethkirche in Marburg, Sven Kepper, Diakoniepfarrer und Geschäftsführer des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf, Oberlandes- kirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß und Helmut Kretz, Fachbereichsleiter im Diakonischen Werk.

Seit Anfang des Jahres hat Sven Kepper als Diakoniepfarrer im Landkreis Marburg-Biedenkopf und Geschäftsführer des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf die Nachfolge von Ulrich Kling-Böhm angetreten. Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß führte Pfarrer Kepper im Rahmen eines Gottesdienstes in der Lutherischen Pfarrkirche St. Marien in Marburg in sein neues Amt ein. Als „Hausherr“ begrüßte Pfarrer Ulrich Biskamp die rund 250 Gäste und verwies auf einige Bereiche, in denen die Kirchengemeinde immer wieder besonders eng mit dem Diakonischen Werk zusammenarbeite. Auch die Oberlandeskirchenrätin erklärte, dass Diakonie und Kirche untrennbar verbunden seien: „Diakonie ist die Praxis, die Tat des Glaubens.“ Sie wünschte Kepper für sein Amt Kraft, Zuversicht und Fantasie, um die vor ihm liegenden Aufgaben gut zu bewältigen. Außerdem wünschte sie ihm das Vertrauen, dass Gott das seine dazu tut. Gemeinsam mit Dr. Anna-Karena Müller, Pfarrerin der Elisabethkirche, und Helmut Kretz, Fachbereichsleiter im Diakonischen Werk, segnete Brinkmann-Weiß den neuen Diakoniepfarrer ein.

Kepper, der in Wetter lebt und zuvor je eine halbe Stelle bei der Telefonseelsorge Marburg und als Gemeindepfarrer im Ebsdorfergrund hatte, freut sich auf die vor ihm liegenden Aufgaben. Besonders reizvoll findet der 54-jährige die vielfältigen Beratungs- und Hilfsangebote, die das Diakonische Werk an insgesamt acht Standorten im Landkreis Marburg-Biedenkopf für hilfesuchende Menschen bereithält. Einen großen Schatz sieht der verheiratete Vater von zwei Söhnen dabei vor allem in den Begabungen der Mitarbeitenden und deren Profession und hoher fachlicher Kompetenz in den einzelnen Bereichen. 114 hauptamtlich Beschäftigte und mehr als 200 ehrenamtlich Tätige setzten sich derzeit in gut funktionierenden Teams für das Diakonische Werk ein. Eine der großen Herausforderungen sei es, die Finanzierung dieser diakonischen Angebote auch künftig sicherzustellen. Hier seien neben der Kirche immer wieder auch die Verantwortlichen aus Politik und Gesellschaft gefragt.

In seiner Predigt fand Kepper mit Blick auf Ökologie und Ökonomie ausgesprochen aktuelle Bezüge zu einem Text aus Jeremia 14, Vers 1 bis 9. Der Bibeltext über eine große Dürre stellt die Frage nach der Schuld der Menschen und danach, wo Gott eigentlich mitten in diesem Elend ist. Kepper führte aus, dass es bei heutigen Umweltkatastrophen ebenfalls wichtig ist, den menschengemachten Teil daran zu erkennen, um Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Er kam zu dem Schluss, dass wir Gott überall begegnen können und sagte: „Im Vertrauen auf ihn können wir die richtigen Schritte tun.“ Gemeinsam mit Mitarbeitenden aus dem Diakonischen Werk hielt er zum Abschluss das Fürbittengebet. Nach dem Gottesdienst konnten die Gäste, darunter auch Vertreter aus der Politik, den Kirchengemeinden und der Diakonie Hessen, noch persönlich ihre Grußworte überbringen und in gemütlicher Runde bei einem kleinen Imbiss verweilen.

Besucher des Gottesdienstes
Pfarrer Sven Kepper wird von Pfarrerin Dr. Anna Karena Müller, Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß und Fachbereichsleiter Helmut Kretz eingesegnet.
Fürbittengebet mit Pfarrer Ulrich Biskamp, Fachbereichsleiter Dieter Schmitz, Pfarrer Sven Kepper, Julia Störmer und Alexander Becker, Mitarbeitende im Diakonischen Werk und Fachbereichsleiter Frank Harries.
 

Juko und Wohnungsnotfallhilfe bieten Workshop

 

Workshop FAIRmieten hilft jungen Menschen im SGB II-Bezug bei Fragen rund um das Mieten und Wohnen

Wie finde ich eine Wohnung? Was muss ich zu einer Wohnungsbesichtigung mitbringen? Was ist denn eine Hausordnung? Darf meine Vermieterin alles in einen Mietvertrag schreiben?

Der Workshop innerhalb der JUKO Berufsbildungsmaßnahme beginnt mit vielen Fragen seitens der Teilnehmer*innen. Und sie zeigen, dass es viel Verunsicherung in Sachen Wohnen gibt.

„Wir sind täglich mit Anfragen von jungen Menschen in prekären Wohn- und Lebenslagen konfrontiert, die häufig den Weg über die JUKO zu uns kommen“, berichtet Alexander Becker, Sozialarbeiter des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf. Die Einschätzung von JUKO und Diakonischem Werk deckt sich mit den kürzlich veröffentlichten Zahlen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe: „Wir stellen fest, dass die Anzahl der jungen Menschen in Wohnungsnot und in unsicheren sowie prekären Wohnverhältnissen gestiegen ist und die Wohnungsfrage regelmäßig Thema ist“, bestätigen Nora Friedrichs, pädagogische Fachkraft JUKO  Marburg e.V., Abteilung Jugendkompetenz-netzwerk, und Alexander Becker.

Das Thema hat eine hohe Dringlichkeit bei jungen Menschen auf dem Weg ins Erwachsenwerden. Aus Sicht von Maria Flohrschütz, Geschäftsführerin JUKO Marburg e.V. „brauchen junge Menschen Gelingensfaktoren für den Übergang in die Arbeitswelt und Möglichkeiten des selbständigen und selbstbestimmten Wohnens. Junge Menschen brauchen eine eigene Wohnung, es ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Eine Wohnung ermöglicht Privatheit, Schutz, Geborgenheit, dort entspannt man sich und dort hat man die Chance seine Stärken zu entwickeln oder Schwächen zu überwinden.  Die Wohnung ist nicht alles, aber ohne Wohnung ist alles nichts“ so Flohrschütz.

Eine eigene Wohnung zu finden und zu beziehen, ist Teil des Erwachsenwerdens und hierzu gehören kleine Unwägbarkeiten und Unsicherheiten. Dementsprechend groß ist das Interesse der Teilnehmer*innen an den Grundlagen des Mietrechts, an Tipps, wie eine Bewerbung auf eine Wohnung gut gelingt und, welche Möglichkeiten während des Bezugs von Arbeitslosengeld II bestehen.

„Den Workshop FAIRmieten bieten wir erstmals in Zusammenarbeit mit der Fachberatung Wohnen des Diakonischen Werkes Marburg-Biedenkopf im Rahmen der Berufsorientierungsmaßnahme BOJE an“, berichtet Nora Friedrichs. Die Maßnahme BOJE (Berufliche Orientierung – Jugendliche Entwicklung) fördert und unterstützt junge Erwachsene bei der Ausbildungs- und Arbeitssuche ebenso wie bei lebenspraktischen Themen der persönlichen Stabilisierung und Verselbstständigung.

Der BOJE -Kurs wird als Maßnahme durch das KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf gefördert und existiert schon seit 2007.

In zwei intensiven Schulungstagen bietet der Workshop FAIRmieten Tipps, Tricks und Basiswissen. Themen sind u.a. der Mietvertrag, öffentliche Fördermöglichkeiten, die Hausordnung sowie Hilfestellung zur Vermeidung von Mietschulden und Räumungsklagen. Die Teilnehmer*innen werden ebenso über ihre Rechte als auch über ihre Verpflichtungen als Mietpartei aufgeklärt, sodass die Basis für ein faires Mietverhältnis geschaffen wird. Die Referent*innen Nora Friedrichs und Alexander Becker ermutigen die jungen Menschen, sich auch mit schwierigen Situationen bei Wohnungssuche und -bezug auseinanderzusetzen und selbstbewusster aufzutreten. Das im Workshop vermittelte Wissen fördert die Existenzsicherung, eine Verbesserung der Chancengleichheit und die Stärkung sozialer Verantwortung. Der Workshop trägt zur Kompetenzvermittlung rund um das Thema Wohnen bei und sensibilisiert für die Rechte und Pflichten als Mieter*in.  

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Alexander Becker, Diakonisches Werk Marburg-Biedenkopf, Telefon 06421-948777 oder Nora Friedrichs, JUKO Marburg e.V., Telefon 06421-3078045.

Geschäftsführerwechsel im Diakonischen Werk

Der scheidende Diakoniepfarrer Ulrich Kling-Böhm erhält von Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß den Segen

10 Jahre HaLT (Hart am Limit)

Junge Menschen über Gefahren von Alkohol aufklären


Kinder und Jugendliche für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu sensibilisieren – das ist seit 10 Jahren das Ziel des Projekts „HaLT“ (Hart am Limit). Bewährt haben sich zwei Bausteine: Die Vorsorge, mit einer breit aufgestellten Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung und nachsorgend Gespräche mit den jungen Menschen während des Klinikaufenthalts nach einer Alkoholvergiftung  und mit deren  erwachsenen Bezugspersonen.  Seit 2009 ist das bundesweit erprobte Programm im Landkreis Marburg-Biedenkopf fester Bestandteil. Durchgeführt wird es von der Sucht- und Drogenberatung des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf in enger Abstimmung mit der Kinderklinik des Universitätsklinikums Gießen-Marburg und mit finanzieller Unterstützung der Stadt Marburg und des Landkreises.

Zum 10jährigen Bestehen des Projekts zeigte sich Landrätin Kirsten Fründt dankbar, dass die Idee im Landkreis mit Leben gefüllt wird. Vor allem die gute Netzwerkarbeit mache HaLT so erfolgreich. Die Landrätin erklärte: „Es ist wichtig und richtig, dass wir das Projekt immer noch haben“.  Auch die Marburger Stadträtin Kirsten Dinnebier  machte deutlich: „Exzessiver Alkoholkonsum kann zu einer schwerwiegenden Sucht führen, die sowohl den Körper, als auch den Geist in hohem Maße schädigt. Es ist wichtig, dass wir uns als Gesellschaft weiter für Aufklärung und hochwertige Hilfeangebote stark machen und diese anbieten. Dafür verdienen das Diakonische Werk Marburg-Biedenkopf und das Universitätsklinikum Gießen-Marburg unseren Dank.“

Ulrich Kling-Böhm, Geschäftsführer des Diakonischen Werks, freute sich, dass dank der Finanzierung eine praxis- und bedarfsorientierte Arbeit möglich ist. Denn der an 365 Tagen aufrecht erhaltene Bereitschaftsdienst stellt die Beratung  auch an den  Wochenenden und Feiertagen sicher. Das bestätigte auch Professor Dr. med. Rolf Maier, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin im Universitätsklinikum Marburg. „Wir nutzen jetzt die Phase der Betroffenheit. Die Beteiligten sind dann noch empfänglicher für Beratungsangebote“, sagte er und verwies auf die Zeit vor HaLT, in der die Beratung bei weitem nicht so oft genutzt wurde. Meyer verdeutlichte wie gefährlich der Konsum bei Kindern und Jugendlichen ist, deren Körper den Alkohol noch nicht gut abbauen kann und deren Gehirn noch in der Entwicklung ist.

Jana Becker, Sozialarbeiterin vom Diakonischen Werk, lobte die gute Zusammenarbeit mit der Klinik. Sie stellte die beiden Bausteine von HaLT vor. Bei dem proaktiven Teil heißt es: „Vorher schon zu schauen, was man tun kann, damit die Kinder und Jugendlichen erst gar nicht im Krankenbett landen.“ Dafür würde an den Schulen ein Grundwissen über die Gefahren von Alkohol bereitgestellt und Multiplikatoren für die Präventionsarbeit ausgebildet. Bei der sensiblen Arbeit im reaktiven Baustein wird mit den jungen Menschen in der schambesetzten Situation im Krankenhaus erörtert, wie es zu dem Alkoholexzess kommen konnte und wie sich eine Wiederholung vermeiden lässt.

Rund 39 Kinder und Jugendliche wurden in den beiden vergangenen Jahren pro Jahr in der Kinderklinik am Standort Marburg mit einer Alkoholvergiftung behandelt. In den Jahren von 2012 bis 2016 waren es jährlich rund 60. Die Akteure sind davon überzeugt, dass das Projekt mit zu den sinkenden Zahlen beigetragen hat. Die größte Altersgruppe stellen die 15 – 17jährigen, die 11 – 14jährigen sind deutlich seltener vertreten. Keine Unterschiede gibt es bei Schulformen und Bildungsschicht und in der Geschlechterverteilung haben die Mädchen inzwischen fast Gleichstand erreicht, während früher deutlich mehr Jungen betroffen waren.

Alle Mitwirkenden sind dankbar, dass die Finanzierung für HaLT inzwischen gesichert ist, da die Gespräche seit Juli 2019 im Auftrag des gesetzlichen Krankenversicherungs-Bündnisses über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung abgerechnet werden können. Geplant ist, das Projekt künftig über den Alkoholkonsum hinaus auf andere Drogen und Mischkonsum auszuweiten. „Die Ausweitung des Projekts ist absolut zeitgemäß“, erklärt Dieter Schmitz, Fachbereichsleiter der Sucht- und Drogenberatung des Diakonischen Werks, mit Blick auf die aktuelle Entwicklung.

Freuen sich gemeinsam über das erfolgreiche, zehnjährige Wirken von „HaLT“ (von links): Stefanie Grebe vom Gesundheitsamt Marburg (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Landrätin Kirsten Fründt, Werner Meyer vom Fachdienst Kinder, Jugend und Familie (Stadt Marburg), Fachbereichsleiter Uwe Pöppler des Fachbereiches Familie, Jugend und Soziales (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Diakoniepfarrer und Vorsitzender Ulrich Kling-Böhm (Diakonisches Werk Marburg-Biedenkopf), Jana Becker von der Suchtberatung (Diakonisches Werk Marburg-Biedenkopf), Fachbereichsleiter der Suchtberatung Dieter Schmitz (Diakonisches Werk Marburg-Biedenkopf), der Leiter der Kinderklinik Prof. Dr. Rolf Maier (Universitätsklinikum Gießen-Marburg) und Stadträtin Kirsten Dinnebier. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)