
Foto: Harald Spreda, Helmut Giebeler, Dekan Dr. Burkhard von Dörnberg
„Sie übernehmen die Leitung eines Diakonischen Werks in herausfordernden Zeiten“, sagte Dekan Dr. Burkhard von Dörnberg bei der Amtseinführung von Harald Spreda als neuem Geschäftsführer des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf. Zeiten, in denen die Zuweisungen der Kirche sinken und die Kommunen über finanzielle Belastungen stöhnen, so der Dekan. Mit Spreda übernimmt in Marburg erstmals kein Pfarrer die Leitung. Das sei kirchenhistorisch außergewöhnlich, sagte von Dörnberg bei dem Gottesdienst in der Lutherischen Pfarrkirche in Marburg.
Der 58jährige, in Südwales geborene Sohn einer Waliserin und eines Norddeutschen, hat an der Universität Siegen sein Studium zum Diplom-Sozialarbeiter absolviert und sich zum Sozialtherapeuten weiterqualifiziert. In den vergangenen drei Jahren war er Fachbereichsleiter der Sucht- und Drogenberatung des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf, zuvor hatte er 12 Jahre die Leitung der Fachstelle Sucht und Suchtprävention Leer und Emden des evangelischen Diakonieverbands Ostfriesland. Im Gottesdienst wirkten als Träger des Zweckverbandes der Einrichtung neben dem Dekan des Kirchenkreises Marburg auch Jens Heller, Dekan des Kirchenkreises Kirchhain, und Andreas Friedrich, Dekan des Dekanats Biedenkopf-Gladenbach mit.
Pfarrer Dr. Oliver Schmalz aus dem Referat Diakonie der evangelischen Kirche Kurhessen Waldeck entpflichtete Helmut Giebeler, der als Interimsgeschäftsführer etwas über ein Jahr die Leitung übernommen hatte. „Es ist nicht selbstverständlich, dass jemand, der bereits im Ruhestand ist, eine so große berufliche Herausforderung annimmt“, sagte Sebastian Reinhard. Als Mitarbeitender sprach er Giebeler stellvertretend für die Belegschaft Dank und Anerkennung aus und überreichte ihm ein Geschenk. Giebeler habe das Amt mit viel Engagement, Optimismus und professionellem Sachverstand ausgestaltet. Anschließend legten Dekan von Dörnberg und Harald Spreda nach der Grundidee des Priestertums aller Getauften gemeinsam die biblische Geschichte von Noah aus. Dabei fanden sie Parallelen zur Diakonie. Harald Spreda erklärte: „Gott bietet durch Noah einen Schutzraum für große Vielfalt. Für mich ist das der Auftrag des Diakonischen Werks, Schutzraum zu bieten, für Wohnungslose, Suchtkranke, Arme und andere Menschen in unterschiedlichen Problemlagen“.


Links: Stellvertretend für die Belegschaft stehen Diana Seipp-Lenz und Alexander Becker dem neuen Geschäftsführer bei der Einsegnung für sein Amt zur Seite / Rechts: Harald Spreda und Dekan Dr. Burkhard von Dörnberg legen gemeinsam die biblische Geschichte von Noah aus.
Thomas Klämt-Bender,Referent für Diakonie in der Region Kurhessen-Waldeck, überbrachte Grüße der Diakonie Hessen. Er verdeutlichte die aktuell schwierige Finanzlage für Träger sozialer Angebote. Darüber hinaus erinnerte er an die 10 Jahre zurückliegende Fusion der beiden Diakonischen Werke im Landkreis Marburg-Biedenkopf über die Kirchengrenzen hinweg. Dadurch sei eine große Vielfalt an Angeboten entstanden. Seine Vision: „Das Beste aus beiden Kirchenwelten zusammenführen.“ Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies erklärte, Diakonie sei gelebte, praktizierte Nächstenliebe und für die Stadt ein unverzichtbarer Baustein. Er wünschte sich weiterhin eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem evangelischen Wohlfahrtsverband, der wichtige Aufgaben übernähme, welche die Stadt so nicht übernehmen könne. Dr. Corinna Zander und Bernd Wachtel vom Caritasverband erklärten: „Uns verbindet der gemeinsame Einsatz für Menschen.“ Sie wünschten Spreda Mut für neue Wege und Menschen an seiner Seite, die mit ihm Verantwortung übernehmen. Nach dem Gottesdienst hatten die Gäste noch die Gelegenheit zu einem geselligen Austausch mit einem kleinen Imbiss.